Für Freunde von Deutschlands Talenten war das Länderspiel gegen Polen fraglos eine spannende Sache: Aufgrund des Pokalfinales fehlten die Spieler von Borussia Dortmund und dem FC Bayern München. Ebenfalls nicht mit dabei waren Sami Khedira und Marcel Janssen, die noch von ihren Vereinen gebraucht werden. So bekamen die Fans im Duell mit dem Nachbarland zwölf Debütanten zu sehen, welche die 20 Akteure ersetzen sollten, die aus Bundestrainer Jogi Löws WM Kader fehlten. Kapitän des Projekts „Jugend forscht“ war Julian Draxler, der sein elftes Länderspiel machte.
Am Ende stand es 0:0
Die Geschichte der Höhepunkte des Spiels ist schnell erzählt, da es so etwas nicht gab. Spannend war nur, dass Löw nach der Auswechslung von Kevin Volland den Noch-Augsburger André Hahn in die Sturmspitze beorderte und damit vermutlich eine Variante für die WM testete, die dort tatsächlich auch zu sehen sein könnte. Ansonsten war man auf deutscher Seite vermutlich froh, dass den Polen Robert Lewandowski fehlte. So geriet auch der eigene Kasten nicht in ernsthafte Bedrängnis. Kritiker von erfahrenen Spielern erhielten darüber hinaus eine Lehrstunde, weshalb es nicht komplett sinnlos ist, einige Akteure im Kader zu haben, die schon mehr als 20 Länderspiele auf dem Konto haben.
Deutschland war im Schnitt im 21,45
So jung wie in diesem Spiel war eine deutsche Nationalmannschaft noch nie. Die Spieler kamen im Durchschnitt insgesamt auf ein Alter von 21,45 Jahren. Es sind schon U21-Teams in Duellen angetreten, die im Durchschnitt aufgrund der Stichtagsregelung, wann ein Spieler höchstens 21 sein darf, um spielberechtigt zu sein, die älter waren. Von den jungen Spielern drängte sich kein Akteur auf. Enttäuscht waren die Zuschauer vor allem von Draxler, den man als potenziellen Anführer ausgemacht hatte. Doch auch der (erst) 20-Jährige blieb blass.